WAS UX-DESIGNER:INNEN MACHEN & WIE MAN IN DIE ROLLE EINSTEIGT

Was macht ein:e UX-Designer:in überhaupt? Hier bekommst du einen Einblick, was UX-Designer:innen alles tun, und ein paar Tipps für den Einstieg in diesen Bereich.
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Was ist UX-Design?

Um zu verstehen, was User Experience Designer:innen tun, ist es wichtig, dass du zunächst verstehst, was der Begriff UX eigentlich umfasst.

User Experience, oder UX in der Kurzform, steht für alle Interaktionen, die ein:e Nutzer:in mit einem Produkt oder Service hat. Gutes UX Design ist an die Bedürfnisse, Fähigkeiten und Einschränkungen der Benutzer:innen angepasst.

Ziel ist es, die Nutzungserfahrungen nahtlos zu gestalten. Ein:e UX-Designer:in muss an alle potenziellen Berührungspunkte zwischen einem:r Nutzer:in und einem Produkt denken. Dazu gehören nicht nur die Phasen der Produktanfrage und des Produktkaufs, sondern u. a. auch dessen Nutzung, Funktionen, Beständigkeit und Qualität.

Laut Peter Morville, einem UX-Pionier, ist User Experience Design hervorragend, wenn es 7 Schlüsseleigenschaften hat: nützlich, glaubwürdig, ansprechend, zugänglich, verwendbar, wertvoll und leicht zu finden.

Anstatt diese Elemente im Detail zu diskutieren, denke einen Moment darüber nach, welche User Experience Marken wie Google, WhatsApp oder Airbnb für ihre Nutzer:innen schaffen. Denn deren Produkte und Designs sind ein anschauliches Beispiel dafür, wie UX im Kern unseres Alltags verankert ist.

Nachdem wir geklärt haben, was UX-Design ist, geht es nun um Folgendes:

  • Was machen UX-Designer:innen?
  • Wie viel verdient man als UX-Designer:in?
  • Wie werde ich UX-Designer:in?

Die Rolle des:der UX-Designer:in

Viele Wege führen nach Rom - diesen Satz kennst du bestimmt. Genau so viele Wege führen auch zur UX, denn es handelt sich um ein sehr multidisziplinäres Feld. Die Hintergründe von UX-Designer:innen können von visuellem Design, Grafikdesign, Programmierung, Psychologie bis hin zu Informationsarchitektur und Interaktionsdesign variieren.

Genau wie die Hintergründe unterschiedlich sind, so ist es auch mit den täglichen Aufgaben eines:r UX-Designer:in. Zu den typischen Aufgaben gehören User Research, das Erstellen von Personas, das Entwerfen von Wireframes und interaktiven Prototypen sowie das Testen von Designs.

Grundsätzlich dreht sich die Rolle eines:r UX-Designer:in um die Nutzer:innen und darum, sie in den Mittelpunkt aller Design- und Entwicklungsbemühungen zu stellen. Sie sind Generalist:innen, die die Verantwortung für den gesamten Prozess vom Verständnis des Benutzer:innenverhaltens bis hin zur Ausführung und Prüfung übernehmen.

Schließlich ist nicht jede Rolle eines:r UX-Designer:in die gleiche. Es gibt ein breites Spektrum an Positionen, die unterschiedliche Möglichkeiten, Herausforderungen und Entwicklungswege bieten. Einige der bekanntesten sind: UX-Designer:in, UX-Forscher:in, Produktgestalter:in, UI-Designer:in, UX-Texter:in/Strateg:in.

Essentielle Skills für UX-Designer:innen

Um einen Job als User-Experience-Designer:in zu bekommen, brauchst du möglicherweise nicht einmal einen Abschluss in diesem Bereich. Tatsächlich ist es ziemlich üblich, dass ein:e UX-Designer:in keine spezielle UX-Ausbildung an der Universität absolviert hat. Das hat viel damit zu tun, dass UX ein relativ neues Feld ist und es nicht so viele UX-Programme gibt.

Die Bereiche, die am engsten mit UX-Design verbunden sind, sind jedoch Programmierung, Motion/Interaction Design und Informationsarchitektur.

UX erfordert, dass du das Verhalten von Menschen und die Technologie hinter der Entwicklung von Apps und Websites verstehst. Daher ist eine Kombination aus Sozialwissenschaften (Psychologie, Soziologie usw.) und Informatik (z. B. Programmierung) gut geeignet. Alternativ sind auch UX-Zertifizierungen oder eine Spezialisierung auf UX-Design anschließend an eine Kreativkarriere in einem verwandten Bereich (z. B. Grafikdesign oder Illustration) einfache Wege in die Branche.

Liste der Standardanforderungen aus Stellenanzeigen:

  • Design Thinking, Ideenfindung
  • Benutzer:innenkenntnis, UX-Forschung
  • Erstellung von Informationsarchitektur, Wireframes, Prototypen, User Journeys, User Flows
  • User Interface-Design (markengerechtes, visuelles Design), Interaktionsdesign
  • Kollaboration, Kommunikation
  • Kenntnisse von UX-Designtools wie z. B. Figma, Invision, Sketch, Balsamiq, etc.

Typische Arbeit- oder Auftraggeber:innen

Im Bereich UX-Design kannst du dich gut selbstständig machen, Teil einer UX-Agentur sein oder Teil des Kreativteams jeder beliebigen Firma werden. Einige der typischen Arbeitgeber:innen für UX-Designer:innen sind größere Unternehmen aus den folgenden Bereichen:

  • Finanzdienstleistung & Banken
  • Produktion
  • Bildung
  • Software-Entwicklung
  • Beratung

Nachfrage & Gehälter in der UX-Branche

Viele Unternehmen erweitern ihre Online-Präsenz, um ein breiteres Publikum anzusprechen. Dies erhöht den Wettbewerb und zwingt Firmen dazu, ständig nach innovativen Wegen zu suchen, ihre Benutzer:innen zu beeindrucken. In dieser Dynamik spielen UX-Designer:innen eine entscheidende Rolle. Die steigende Nachfrage bietet Chancen für Neueinsteiger:innen und auch für erfahrene UX-Designer:innen sind die Zukunftsperspektiven rosig.

Laut dem Branchenreport UX/Usability 2023 liegt das durchschnittliche Bruttojahresgehalt aktuell schon über 60.000 Euro, mit steigender Tendenz. Professionals mit über 12 Jahren Berufserfahrung verdienen sogar knapp 70.000 Euro. Nicht selten entscheiden sich kreative Köpfe dazu, ihr eigener Chef zu sein. Und das lohnt sich auch für UX-Designer:innen, denn bei Selbstständigen liegt das Jahresbruttoeinkommen sogar über 110.000 Euro.

Aufgabenfelder im UX-Design

User Research

Das ultimative Ziel von UX-Design ist es, die Bedürfnisse der Benutzer:innen zu verstehen, um das optimale Produkt oder die optimale Dienstleistung zu entwickeln. Daher ist Forschung zum Nutzer:innenverhalten (User Research) die Grundlage für jede gute UX. Sie basiert auf ähnlichen Prinzipien wie die Kund:innenforschung für Marketingzwecke, aber die Erkenntnisse werden anders verwendet.

Wenn dein Produkt beispielsweise ein Online-Tool zum Konvertieren, Zusammenführen und Bearbeiten von Dokumenten ist, möchtest du natürlich wissen, welche Dateiformate deine Zielgruppe am häufigsten verwendet. Ist es PDF, Word, Excel, alles zusammen oder etwas ganz anderes? In welchen Formaten werden die Dateien erstellt und in welche Formate müssen sie konvertiert werden? Welche Bearbeitungsmöglichkeiten sind gefragt? Mit welcher Bearbeitungsgeschwindigkeit wären Nutzer:innen zufrieden?

Erkenntnisse aus User Research werden normalerweise mithilfe von Online-Umfragen, Interviews, Fokusgruppen und Wettbewerbsanalysen gesammelt. Daraufhin analysieren UX-Designer:innen die Daten, erstellen Personas und treffen Entscheidungen zur Produktentwicklung auf der Grundlage ihrer Ergebnisse.

Persona-Entwicklung

Basierend auf den gesammelten Daten aus dem vorherigen Schritt erstellen UX-Designer:innen User Personas.

Personas sind Repräsentationen von echten Benutzer:innen mit Namen, Ängsten, Bedürfnissen, Zielen und vielem mehr. Das bedeutet, Personas sind nicht nur Fiktionen, die auf Annahmen basieren, sondern sie leiten sich aus den tatsächlichen Daten ab, die in der Forschungsphase gesammelt wurden.

Quelle: Dani Guerrato, UX Persona für Book App

Sie sind eines der effektivsten Design- und Kommunikationswerkzeuge, denn sie definieren, für wen ein Produkt erstellt wird und was für dessen Erfolg notwendig oder irrelevant ist. Außerdem können die Produktteams dank Personas funktionale Anforderungen priorisieren (z. B. Änderungen am Code für schnellere Ladezeiten für ungeduldige Personas).

Ohne Personas bestehen zwei spezifische Risiken:

  • Designer:innen gestalten nach ihren persönlichen Vorlieben, statt Benutzer:innnen
  • Designs richten sich an eine breite Masse, statt an spezifische Bedürfnisse der Zielgruppe

Informationsarchitektur

Eine Informationsarchitektur (IA) besteht, wenn Daten effektiv und langfristig organisiert und kennzeichnet werden. In Bezug auf UX ist eine IA vor allem von Vorteil, um einer Website oder App eine Struktur zu verpassen, die es den Benutzer:innen ermöglicht, sie auf natürliche Weise zu navigieren.

Quelle: Pedro Aires, Informationsarchitektur einer mobilen Anwendung

Eine Website sollte ein klares Menü, Kategorien, Unterkategorien und gut verbundene interne Links haben. Dies wird den Benutzer:innen sehr dabei helfen, sich auf der Website zurechtzufinden und jederzeit zu wissen, wo sie sich befinden.

Mit einer qualitativ hochwertigen Skizze der Informationsstruktur gehen UX-Designer:innen neue Projekte von Grund auf strategisch an.

Wireframing

Im Grunde ist Wireframing eine Momentaufnahme aller möglichen Schritte, die ein:e Nutzer:in beim Erkunden einer Website oder App machen kann.

UX-Designer:innen erstellen ein grobes Gerüst für jeden Bildschirm im Design,ähnlich dem Grundriss eines Gebäudes. Wireframing ist also eine vereinfachte visuelle Darstellung, die es den Entwickler:innen ermöglicht, das geplante Produkt Schritt für Schritt zu erstellen.

Wireframing ist eine Methode, die sich eher für die Ideenfindungsphase eignet und in der Regel auf Papier oder mit einfachen Zeichenwerkzeugen durchgeführt wird. Prototyping hingegen erfordert wesentlich mehr Zeit und Ressourcen.

Quelle: Adam Kalin, Earth Tribe Wireframes

Prototyping

Beim Prototyping handelt sich um eine interaktive und detaillierte Skizze des Designs und der Funktionalität, die dem Endprodukt sehr viel näher als der Wireframe kommt. Sie sind eine großartige Grundlage für User Testing.

Für eine bessere Vorstellung der beiden wichtigsten UX-Methoden, sieh dir ihre Hauptunterschiede an:

User Testing

Nach der Erstellung kommt die Validierung. Tests können Designer:innen helfen zu verstehen, was bei ihrem UX-Design gut gelaufen ist und was nicht. Das Beste am User Testing ist, dass es mit echten Benutzer:innen und deren Verhalten mit dem Produkt durchgeführt wird.

Die gängigsten Methoden für User Testing sind: Guerilla-Tests, moderierte Labor-Usability-Tests, nicht moderierte Remote-Usability-Tests, Interviews mit User:innen und Aufzeichnungen von Interaktionen mit dem Produkt.

Wie werde ich UX-Designer:in?

Hoffentlich hat dir der Artikel bis hierhin einen besseren Einblick in die Tätigkeiten von UX-Designer:innen gegeben. Wenn du dich jetzt fragst, wie man in eine UX-Karriere startet, haben wir zuletzt noch ein paar Tipps für dich:

  • Lies Materialien zum Thema UX.
  • Arbeite an deinen Fähigkeiten im Umgang mit Menschen und im Design.
  • Lerne UX-Design-Tools kennen.
  • Mache eine zertifizierte Weiterbildung oder Umschulung.
  • Sammle Erfahrung durch Einstiegsjobs.
  • Baue deine persönliche Marke und dein Portfolio auf.
  • Optimiere deinen Lebenslauf für ATS (Applicant Tracking Systems).
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