12 Tipps & Tricks für erfolgreiches Online-Lernen, die nicht auf der Hand liegen

Rückwärtsplanung, Kampf gegen die Vergessenskurve und bewährte Methoden für effektives Lernen.
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Du hast dich für einen Onlinekurs angemeldet und begonnen, erste Aufnahme zu schauen. Nach den ersten 20 Minuten bist du (wie zu erwarten war) schon abgelenkt. Es ist schwierig, die ganze Zeit dazusitzen und sich auf eine Sache zu konzentrieren, besonders wenn die Kursleitung neue oder komplizierte Zusammenhänge erklärt.

Laut einem Bericht von Facts & Factors wurden auf dem Online-Bildungsmarkt in 2022 Dienstleistungen im Wert von 217 Milliarden US-Dollar gehandelt. Das wird bis 2030 voraussichtlich auf etwa 475 Milliarden US-Dollar ansteigen, aber Statistiken zeigen: ca. 90 % der Teilnehmenden schließen den bezahlten Kurs nicht ab.

Dabei gibt es einige Tricks, die das Lernergebnis verbessern und mehr Leichtigkeit in die digitale Weiterbildung bringen. In diesem Artikel findest du die folgenden Tipps:

  • Wie man das Gedächtnis fit macht
    Wer die Funktionsprinzipien des Gedächtnisses kennt, kann das Auswendiglernen beeinflussen und die sogenannte „Vergessenskurve“ abflachen.
  • Wie man sich Ziele setzt und sich selbst motiviert
    Wir diskutieren Rückwärtsplanung und andere spannende Methoden, die dir helfen, auf Kurs zu bleiben.
  • Wie man mit der Zeit umgeht
    Wir verraten Zeitmanagement-Tipps, für die man keinen Bachelor in Projektmanagement braucht.

Wie man Prokrastination überwindet und effektiv online lernt

Laut SINUS leiden 8 von 10 Deutschen unter Prokrastination in verschiedenen Lebensbereichen. Ein Drittel von ihnen, weil sie nicht wissen, wie sie es anpacken sollen. Hier sind 12 ausgewählte Tipps, die bei Aufschieberitis helfen und digitales Lernen effektiver machen.

1. Rückwärtsplanung

Stell dir vor, du hast einen Videokurs über Big Data gekauft, weil du auf Google gelesen hast, dass du mit diesem Wissen dein Gehalt um 30 % steigern kannst. Du hast begeistert angefangen, aber warst nach Wochen von Aufnahmen immer noch nicht schlauer und konntest keine Verbindung zwischen Big Data und deinem Berufsalltag sehen. Am Ende hast du den Onlinekurs nie wieder besucht. Warum ist das passiert?

Das Konzept der Rückwärtsplanung ist sehr einfach: Sieh das Ziel von Anfang an. Dafür solltest du:

  • festlegen, welche Art von Wissen und Fähigkeiten du stärken möchtest
  • den Kursinhalt genau prüfen

Erst dann lohnt es sich, über den Kurs nachzudenken. Ja, manchmal ärgern wir uns über allgemeine Ratschläge wie „Setze dir ein Ziel und arbeite darauf hin“. Aber das ist einer der wichtigsten Tipps für das Online-Lernen. Du musst klar verstehen, warum du lernst.

2. Skizziere deine Lernreise

Um einen vorgefertigten Onlinekurs auszusuchen, kannst du eine Karte deiner Kompetenzen erstellen. Bewerte deine Kompetenz auf einer Skala von 1 bis 10 und entscheide, was du als Nächstes verbessern möchtest. Plane das Ergebnis und lege einen Zeitrahmen für deinen Erfolg fest. Setze dir messbare und erreichbare Ziele. Und vor allem: Nimm dir nicht zu viel vor.

3. Eliminiere unnötige Entscheidungen

Bestimme im Voraus die Zeit, den Ort und die Dauer des Kurses. Entscheidungen zu treffen, ist harte Arbeit. Ob du entscheidest, was du anziehst oder welchen Karriereweg du einschlagen möchtest - dein Gehirn verbraucht immer Energie dafür. Außerdem brauchen Entscheidungen Zeit. Je mehr belanglose Entscheidungen du triffst, desto weniger Zeit und Energie hast du für die wirklich wichtigen. Deshalb tragen viele bekannte Unternehmer:innen, einschließlich Steve Jobs und Mark Zuckerberg, oft die gleiche Kleidung. Sie befreien ihr Gehirn von diesen Entscheidungen und sparen so Zeit und Energie.

Wenn du dir also einen Lehrplan schreibst, nach dem du jeden Freitag um 20 Uhr zwei Stunden in deinem Wohnzimmer lernst, wirst du wahrscheinlich produktiver sein. Du vergeudest deine Ressourcen nicht mit dem Festlegen des Ortes oder der Uhrzeit.

4. Setze eine strenge Frist

Personen, die keine Deadlines haben, brauchen 16 % länger , um eine Aufgabe zu erledigen, als Personen, die sich selbst eine Deadline setzen und 40 % länger als Personen, die eine externe Deadline haben, d.h. eine Frist, die von anderen Personen gesetzt wurde.

5. Beschränke den Zugang zu Geräten

Lege dein Smartphone und andere Geräte beiseite, wenn du lernst. Das Handy auf dem Schreibtisch zu haben, auch wenn es nicht benutzt wird, beeinträchtigt die kognitive Leistung und verringert die Produktivität.

6. Mache dir Notizen

Mache dir während des Lernens Notizen. Oder probiere die One-Minute-Paper-Methode aus: Nimm dir nach dem Online-Unterricht eine Minute Zeit und schreibe die wichtigsten Informationen aus dem Gedächtnis auf. Untersuchungen an der University of York haben gezeigt, dass Studierende, die diese Methode regelmäßig anwenden, in Tests besser abschneiden.

7. Lege regelmäßige Pausen ein

Studien zeigen, dass man sich nicht ständig voll konzentrieren kann. Wir beginnen uns abzulenken und machen stundenlang 5-Minuten-Aufgaben. Die maximale Konzentrationsdauer beträgt 50 Minuten. Um leichter lernen zu können, muss man dem Gehirn eine Pause gönnen. Für die meisten Menschen sind 50 Minuten Arbeit und 10 Minuten Pause gut geeignet. Um von diesem Modus nicht abzuweichen, benutze einen normalen Timer oder Apps wie Forest und Focus Booster .

8. Setze dein Wissen in die Praxis um

Der deutsche Psychologe Hermann Ebbinghaus hat Ende des 19. Jahrhunderts eine Vergessenskurve erstellt, die zeigt, wie viele Informationen sich ein Mensch merken kann. In einer Stunde wirst du dich nur noch an 44 % dieses Artikels erinnern, in einer Woche sind es weniger als 25 %. In einem Monat wirst du dich vielleicht nur noch an 20 % oder weniger erinnern. Aus den Augen, aus dem Sinn!

Die meisten Informationen werden in der ersten Stunde nach dem Lesen oder Hören vergessen. Um das zu verhindern, solltest du die Informationen wiederholen und das Wissen anwenden. Wenn du beispielsweise einen PowerPoint-Kurs besuchst, probiere die neu erlernten Funktionen direkt aus, zum Beispiel, indem du eine Präsentation über die Session erstellst.

9. Wiederhole die Theorie aus dem Kurs

Wenn man Lernstoff wiederholt, vergisst man ihn langsamer. Untersuchungen zeigen jedoch, dass es nicht ausreicht, den Stoff nur noch einmal zu lesen oder anzuschauen. Eine Person, die den Stoff nur noch einmal liest, besteht die Abschlussprüfung nur zu 18 bis 50 %. Die Schüler:innen, die Fragen stellten und die Themen diskutierten, erzielten zwischen 30 und 75 %.

Probiere diese drei Ansätze aus:

  • Unmittelbar nach dem Erwerb des neuen Wissens.
    Meistens gibt es am Ende eines Vortrags Fragen oder Aufgaben. Hast du sie nie gemacht? Das könnte dich 60 % aller behandelten Informationen kosten.
  • Einen Tag nach der Lektüre.
    Besprich dein neues Wissen mit Freund:innen oder Kolleg:innen und versuche, ihnen die Kernpunkte selbst zu vermitteln.
  • Drei Monate nach der letzten Wiederholung.
    Greife zurück zum Originalmaterial und wiederhole es. Zu diesem Zeitpunkt sollte die neue Exertise sich bereits in deinem Arbeitsalltag bemerkbar machen.
Wie man die Vergessenskurve abflacht

10. Finde eine:n Lernpartner:in

Eine der effektivsten Arten des Online-Lernens ist die Gruppenarbeit. Laut einer Studie der Stanford University fördert die Zusammenarbeit die intrinsische Motivation. Das menschliche Leben ist geprägt von der Zusammenarbeit mit anderen.

Besuche Onlinekurse zusammen mit Freund:innen oder finde digitale Wege, dich mit anderen Teilnehmenden auszutauschen.

11. Beginne mit einfachen Aufgaben und arbeite dich zu den schwierigeren vor

Beginne mit den leichteren Aufgaben, um Selbstvertrauen für die schwierigeren zu gewinnen.

Ein paar schnelle Erfolge heben nämlich die Stimmung. Laut den Forscher:innen Francesca Gino und Bradley Staats verbessert die Erledigung alltäglicher Aufgaben deine Fähigkeit, schwierigere und wichtigere Dinge anzugehen. Dein Gehirn schüttet Dopamin aus, wenn du deine Ziele erreichst. Und da Dopamin die Aufmerksamkeit, das Gedächtnis und die Motivation verbessert, kann selbst das Erreichen eines kleinen Ziels dich motivieren, in Zukunft noch härter zu arbeiten.

Außerdem ist das Momentum nicht zu unterschätzen. Wenn man anfängt und sich in kurzer Zeit über mehrere Fortschritte freuen kann, ist es leicht, eine Dynamik zu entwickeln. Die oben genannte Studie beschreibt auch, dass das Abhaken von Punkten auf der Liste mentale und emotionale Energie freisetzt. Diese kann dann genutzt werden, um sich auf andere Projekte zu konzentrieren. Je weiter man vorankommt, desto leichter fällt es auch, schwierige Aufgaben in Angriff zu nehmen.

Du kannst zuerst z. B. den Wochenbericht ausfüllen, Daten zusammenfassen oder eine Kollegin zum Thema befragen, bevor du eine Präsentation für deine:n CEO vorbereitest.

12. Verbinde das Lernen mit Sport

Körperliche Aktivität wirkt sich positiv auf das Gedächtnis und die Lernfähigkeit aus . Aktive Bewegung steigert die Produktion von neurotrophen Faktoren (BDNF), die aus dem Gehirn stammen. Dabei handelt es sich um ein Protein, das die Bildung neuer neuronaler Verbindungen fördert.

Bereits nach einem 20-minütigen Spaziergang verbessern sich die Gehirnaktivität und das Gedächtnis deutlich. Eine Studie der University of California zeigt, dass körperliche Aktivität in fast jedem Alter die Gehirnfunktion, das Lernen, das Gedächtnis und die exekutiven Funktionen verbessert.

Scan der Hirnaktivität mit und ohne Bewegung, Dr. Chuck Hillman, University of Illinois

Eine Studie mit College-Studenten in Irland in Irland ergab, dass die Teilnehmenden nach 30 Minuten Radfahren bei Gedächtnistests signifikant besser abschnitten. Außerdem fanden Forscher:innen aus China heraus, dass körperliche Aktivität speziell die Fähigkeit verbessern kann, neue Sprachen zu lernen.

Bevor du dich also für ein paar Stunden in einen Onlinekurs vertiefst, geh spazieren, fahre Rad, geh schwimmen oder laufe ein paar Runden im Park.

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