8 BEWÄHRTE TIPPS FÜR DEINE NÄCHSTE GEHALTSERHÖHUNG

Warum der Ansatz „Zahle mehr oder ich kündige“ nicht mehr funktioniert.
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Das Gespräch über eine Gehaltserhöhung kann für viele ein heikles Thema sein. Kulturell bedingt sind Gespräche über Geld oft tabu. Eine Umfrage von Payscale ergab, dass nur 37 % der Befragten ihre derzeitige Führungskraft jemals um eine Gehaltserhöhung gebeten haben. Auf eine Gehaltserhöhung zu warten, ist jedoch kein proaktiver Ansatz für die berufliche Entwicklung.

Um eine Gehaltserhöhung zu bekommen, reicht es nicht nur danach zu fragen, man braucht auch gute Gründe dafür. Hier findest du wertvolle Einblicke und Strategien, wie du um eine Gehaltserhöhung bittest, was du in einer Gehaltsverhandlung sagen solltest und was besser nicht.

1. Achte auf das Timing

Nicht alle Unternehmen haben einen festen Zeitplan für Gehaltsüberprüfungen. Auch werden nicht in allen Unternehmen Jahresgespräche über die Zufriedenheit der Mitarbeitenden mit ihrer Funktion geführt. Oft müssen diese Gespräche selbst initiiert werden.

Wenn du darüber nachdenkst, wie und wann du am besten um eine Gehaltserhöhung bittest, achte immer auf den richtigen Zeitpunkt. Vermeide Diskussionen direkt nach einem Misserfolg oder während stressigen Zeiten.

  • Warte mindestens 6 Monate. Wenn du dich unterbezahlt fühlst oder der Meinung bist, dass du bemerkenswerte Leistungen erbracht hast, überlege dir, eine Gehaltserhöhung anzufordern. Für Neueinsteiger:innen: Warte mindestens 6 Monate, um deinen Wert im Team zu etablieren.
  • Sprich dein Anliegen etwa zwei bis drei Monate vor Ende des Geschäftsjahres. Zu diesem Zeitpunkt planen viele Führungskräfte die Budgets für das nächste Jahr. So kann dein Gehaltswunsch in dieser Planung berücksichtigt werden.
  • Halte dich fan die Geschäftszeiten. Sprich das Thema immer während der Arbeitszeiten an, statt in der Freizeit. Das zeigt, dass es dir ernst ist.

2. Informiere deine:n Manager:in über deine Gesprächsabsicht

Ob persönlich oder per E-Mail, es ist entscheidend, deinem:r Manager:in Bescheid zu geben, worum es geht.

Sei klar und professionell in deiner E-Mail. Beschreibe deutlich das Ziel des Treffens und alle relevanten Dokumente, auf die du dich beziehst. Diese Transparenz fördert eine konstruktive Verhandlungsumgebung.

3. Recherchiere deinen Marktwert

Vor dem Gespräch solltest du dich über aktuelle Stellenangebote für ähnliche Berufe und deren Gehälter informieren. Diese dienen als Anhaltspunkt für deine Verhandlungen. Du kannst dabei Plattformen wie Indeed, LinkedIn, Stepstone, Baito und Gesines Jobtipps nutzen, aber berücksichtige Faktoren wie die Branche, Unternehmensgröße und Zusatzleistungen die eventuell das Gehalt schmälern.

Du kannst dich auch bei der Personalabteilung nach den Gehaltsstufen für deine Position erkundigen. Zeig dein Engagement für das Unternehmen, indem du auf das große Gehaltsgefälle hinweist und betonst, dass eine Gehaltserhöhung die Qualität deiner Arbeit aufrechterhält.

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4. Bestimme deine gewünschte Gehaltssteigerung

Expert:innen empfehlen oft, eine Gehaltserhöhung von 10–20 % anzustreben. Begründe deine Anfrage jedoch auf Marktforschung, nicht nur auf Gefühlen. Beziehe auch deine eigene Leistung und eventuelle Verbesserungen mit ein. Überlege dir, in welchen Projekten du eine entscheidende Rolle gespielt hast und welche Eigenschaften dich unersätzlich machen.

5. Bereite überzeugende Argumente für eine Gehaltserhöhung vor

Wähle 2–3 überzeugende Gründe aus, die dein:e Arbeitgeber:in schwer widerlegen kann. Hier sind einige gute Beispiele:

  • ✔️ „Ich übertreffe vermehrt die Erwartungen an meine Arbeit.“
    Bereite konkrete Beispiele vor, bei denen du nicht nur eine Aufgabe erledigt hast, sondern wirklich herausragend warst.
  • ✔️ „Ich habe kürzlich einen wichtigen Deal abgeschlossen / ein wichtiges Projekt beendet.“
    Bedeutende Leistungen sind keine alltäglichen Ereignisse. Die Anerkennung solcher Erfolge durch eine Gehaltserhöhung kann dazu beitragen, dass Mitarbeitende auch weiterhin gerne Einsatz zeigen.
  • ✔️ „Ich erhalte häufig Anerkennung von Kund:innen.“
    Die Bindung bestehender Kund:innen ist oft profitabler als die Gewinnung neuer Kund:innen. Wenn die Kund:innen zufrieden sind und deine Beiträge schätzen, wird das Unternehmen wahrscheinlich daran interessiert sein, dich zu behalten.
  • ✔️ „Ich habe mehr Verantwortung übernommen.“
    Wenn du zum Beispiel anfangs nur für Facebook und Instagram zuständig warst und dich später auch Telegram, TikTok und X gekümmert hast, ist eine Gehaltsanpassung angemessen.
  • ✔️ „Ich bringe einzigartige Fähigkeiten in unser Unternehmen ein.“
    Reflektiere deine besonderen Fähigkeiten, ohne sie als offensichtliches Druckmittel einzusetzen.

Dinge, die du vermeiden solltest, wenn du eine Gehaltsverhandlung anfragst

  • ✖️ „Ich habe woanders ein besseres Angebot bekommen.“
    Dies deutet darauf hin, dass du kündigen könntest und nicht wirklich bereit bist, zu verhandeln. Die Reaktion variiert von Vorgesetzten varriert jedoch. Wenn das neue Angebot doppelt so hoch ist wie dein bisheriges Gehalt, lässt dich das Unternehmen vielleicht gehen. Aber wenn es eine Erhöhung um
    30 % ist und du eine wertvolle Arbeitskraft bist, könnte es erwägen, das Angebot anzunehmen.
  • ✖️ „Ich bin effektiver als Kolleg:innen.“
    Es ist nicht überzeugend, sich mit Kolleg:innen zu vergleichen. Arbeitgeber:innen interessieren sich mehr für deine individuellen Beiträge als dafür, wie du im Vergleich zum Team abschneidest.
  • ✖️ „Ich bin seit 6 Monaten hier, ich verdiene eine Gehaltserhöhung.“
    Die Betriebszugehörigkeit allein rechtfertigt noch keine Belohnung. Wenn du jedoch über einen längeren Zeitraum einen wichtigen Beitrag geleistet hast, ist dies ein berechtigter Punkt.
  • ✖️ „Gib mir eine Gehaltserhöhung, oder ich kündige.“
    Dieser konfrontierende Ansatz führt oft zu Konflikten, statt Gehaltserhöhungen.

6. Erstelle eine Präsentation

Sammle Beweise: Hebe deine Erfolge der letzten sechs Monate, des letzten Jahres und deiner gesamten Beschäftigungszeit hervor und zeige, welchen Einfluss sie auf das Unternehmen haben. Konkrete Daten stärken deinen Standpunkt, wenn du eine Gehaltserhöhung einforderst. Eine Präsentation kann diese Informationen gut vermitteln.

Geh in deiner Präsentation auf diese Punkte ein:

  • Wie hat sich dein Beitrag positiv auf das Unternehmen oder die Abteilung ausgewirkt?
  • Hat dein Team in letzter Zeit zu einer Umsatzsteigerung von [Y] % beigetragen? Habt ihr [X] neue Kund:innen gewonnen?
  • Warst du an wichtigen Projekten beteiligt? Welches waren deine Beiträge, und wer waren die Kund:innen?
  • Wann hast du das letzte Mal lobendes Feedback erhalten, und worum ging es dabei?

Zum Beispiel: „Im letzten Jahr habe ich 5.000 Leads generiert, was einem Wachstum von 8 % gegenüber dem Vorjahr entspricht und zu einem neuen Geschäftsvolumen von 58.000 Euro geführt hat.“ Solide Beweise stärken dein Argument für eine wohlverdiente Gehaltserhöhung.

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7. Nutze Feedback als zusätzlichen Beweis

Integriere positives Feedback von Kolleg:innen oder Manager:innen, um deinen Wert und deine Ausrichtung auf die Unternehmensziele zu unterstreichen.

8. Sei durchsetzungsfähig

Wenn du um eine Gehaltserhöhung bittest, vermeide unsichere Formulierungen. Dies ist nicht der Zeitpunkt, um bescheiden zu sein.

So kannst du auf ein „Nein“ oder ein „Vielleicht“ reagieren:
Fragen wie „Was kann ich tun, um eine Gehaltserhöhung zu verdienen?“ sind ein konstruktiver Ansatz, wenn der Antrag abgelehnt wird. Es ist sinnvoll, nach bestimmten Leistungsindikatoren oder KPIs zu fragen. Eine Vereinbarung könnte zum Beispiel lauten: Sobald du den Umsatz um 20 % steigst, bekommst du 500 Euro mehr im Monat.

Berücksichtige das Konzept des „Mehrwerts“. Wenn deine Arbeit dem Unternehmen nachweislich 500.000 Euro pro Monat zusätzlich einbringt, ist eine Gehaltserhöhung eine gerechtfertigte Belohnung. Genauso können von dir erwirkte Einsparungen dazu beitragen, dass dein Vorschlag für eine Gehaltserhöhung positiv aufgenommen wird.

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