„Jedes Projekt bietet die Chance, etwas Einzigartiges zu schaffen“

Was man braucht, um im Grafikdesign erfolgreich zu sein, und welche Rolle KI dabei spielt.
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Tauche ein in eine grenzenlose Welt der Kreativität, in der sich Pinselstriche und Pixel in Meisterwerke der visuellen Kommunikation verwandeln. Julian hat sich nach bescheidenen Anfängen als CD-Cover-Designer zu einem Pionier im Bereich Grafikdesign gewandelt. Mit Abschlüssen in „Zeitbasierte und Interaktive Medien“ und „Visuelle Kommunikation“ hat er sein Können in Grafikdesign, Illustration, Fotografie, Regie, UI/UX Design und Kampagnenentwicklung unter Beweis gestellt. Nach über 15 Jahren blickt er auf beeindruckende Kundenprojekte zurück und hat unter anderem einen EU Design Award gewinnen können.

Julians Fähigkeit, eine tiefe Verbindung zu Kund:innen aufzubauen und die Essenz ihrer Marke zu verstehen, ist der Grundstein für wiederholte Aufträge. Durch die Verbindung von Einfachheit und Authentizität setzt er neue Designmaßstäbe und kombiniert menschliche Kreativität mit Tools aus dem technologischen Zeitalter.

Vorgeschlagene Kurse

Was macht eigentlich ein:e Grafikdesigner:in?

Die genauen Aufgaben können je nach Arbeitsumfeld und Spezialisierung variieren. Ob in einer Werbeagentur oder bei einem Freelance-Auftrag für Raumgestaltung – die grundlegende Verantwortung bleibt immer die Erstellung wirkungsvoller visueller Kommunikationsmittel. Dazu gehört das Design von Printmedien wie Broschüren, Webdesign, Markenidentitäten, Bildbearbeitung sowie die Erstellung verschiedener Illustrationen, Logos oder Infografiken.

Welche Fähigkeiten sind für den Erfolg im Grafikdesign entscheidend?

Neben der Kreativität, die der Beruf erfordert, sind effektive Kommunikationsfähigkeiten für Grafikdesigner:innen unerlässlich. Während wir durch unsere Arbeit visuell kommunizieren, müssen wir auch deutlich und empathisch mit Kund:innen und Teammitgliedern zusammenarbeiten.

Außerdem sind solide Softwarekenntnisse von Vorteil, ebenso wie technische Kenntnisse über Drucktechniken, Farbprofile und Dateiformate.

Ein gutes Zeitmanagement ist entscheidend, da Designer:innen oft mehrere Projekte gleichzeitig bewältigen müssen. Anpassungsfähigkeit und Neugier werden oft unterschätzt, sind aber für den Erfolg unerlässlich. Wer sich nicht über neue Trends, Technologien und Skills auf dem Laufenden hält, wird in dieser Branche nicht mithalten. Vor allem die Fähigkeit, Lösungen statt Probleme zu erkennen, ist von unschätzbarem Wert, wenn man Kund:innen visuell beeindruckende Lösungen liefern will.

Ist Grafikdesign deine Berufung?

Wenn du eine Karriere im Grafikdesign in Betracht ziehst, solltest du dir ein paar wichtige Fragen stellen:

  • Habe ich ein Auge fürs Detail und visuelle Ästhetik?
  • Bin ich kreativ und in der Lage, originelle Ideen zu entwickeln?
  • Fühle ich mich wohl dabei, unter Zeitdruck zu arbeiten?
  • Kann ich effektiv mit Kund:innen und Teammitgliedern zusammenarbeiten?
  • Bin ich offen für Feedback und in der Lage, meine Designs anzupassen?
  • Interessiere ich mich für aktuelle Designtrends und den wachsenden Einfluss von Technologien?
  • Bin ich bereit, meine Fähigkeiten mit gängigen Grafikdesign-Software-Tools zu verbessern?

Wie bist du zum Grafikdesign gekommen?

Mein Weg zum Grafikdesign begann unerwartet. Mit 16 Jahren begann ich damit, CD-Cover für meine Band zu entwerfen, angetrieben von meiner Faszination für Software. Je besser ich wurde, desto mehr Material entwarf ich: vom Flyer zum Poster und schließlich sogar Websites für andere Bands. Als meine Musikkarriere nicht so richtig in Schwung kam, suchte ich nach einer kreativen Alternative und beschloss, ohne jegliche Erfahrung in dem Bereich, Grafikdesign zu studieren.

Während meinem Bachelorstudium „Zeitbasierte und Interaktive Medien“ an der Kunstuniversität in Linz packte mich dann wirklich die Leidenschaft fürs Grafikdesign. Praktische Erfahrungen sammelte ich als freiberuflicher Grafikdesigner in verschiedenen Agenturen. Noch während meines Masterstudiums in Visueller Kommunikation gründete ich mein eigenes Designstudio: MOOI Design. Einige meiner Projekte, wie z. B. der UNI:VERSE-Studienführer, wurden mit Preisen und Auszeichnungen belohnt. Das freut mich natürlich sehr, weil es meine Hingabe zum Handwerk spiegelt.

Wie hast du deinen einzigartigen Stil gefunden?

Meine Designphilosophie basiert auf Einfachheit, Authentizität, kulturellem Fokus, emotionaler Bindung und ergebnisorientiertem Design. Ich glaube an die Kraft der Technologie, um Kreativität zu steigern und an die Bedeutung effektiver Designlösungen, die auf die Ziele der Kund:innen abgestimmt sind.

Welche Tools und Software verwendest du für deinen kreativen Prozess?

Über die Jahre hinweg habe ich verschiedene Design-Tools und Software ausprobiert, aber derzeit arbeite ich hauptsächlich mit der Adobe Creative Suite, die den Designprozess optimiert, wenn ich im Team arbeite. Als multidisziplinärer Designer, der sich mit Fotografie, Regie, UI/UX Design und Webentwicklung beschäftigt, benutze ich auch andere Software, die für jeden Bereich spezifisch ist.

Wie entwickelst du Designs?

Wenn es darum geht, ein neues Design oder eine visuelle Identität zu entwickeln, verfolge ich einen strukturierten Ansatz, der für jedes Projekt maßgeschneidert ist. Dazu gehört, die Bedürfnisse und Ziele des:r Kund:in zu verstehen, zu recherchieren und Inspirationen zu sammeln. Dann entwickle ich mehrere Ideen, halte Brainstorming-Sitzungen im Team und verfeinere die Konzeptalternativen bevor ich sie dem:der Kund:in präsentiere. Nach der Auswahl eines Konzepts und verschieden vielen Feedbackrunden bereite ich schließlich das finale Artwork für den Druck oder die digitale Verbreitung vor.

Was sind die wichtigsten Skills, die gute Grafikdesigner:innen auszeichnen?

Zu den wichtigsten Fähigkeiten von Grafikdesigner:innen gehören Kreativität, Verständnis für die Bedürfnisse der Kund:innen, Liebe zum Detail und ein ständiger Wissensdurst. Es ist zwar toll, visuell beeindruckende Designs zu entwerfen, die Preise gewinnen, aber Designer:innen sollten nie die Ziele des:der Kund:in aus den Augen verlieren und ihre Macht, ihm:ihr zu helfen, bestimmte Ziele zu verwirklichen.

Woher nimmst du deine Inspiration?

Ich finde Inspiration in den minimalistischen und teilweise auch brutalistischen Designtrends. Ich schätze deren Fokus auf Einfachheit und wesentliche Elemente, aber auch das Brechen von Regeln in der brutalistischen Bewegung. Außerdem aus der Welt der Kunst, insbesondere der interaktiven Medien und der zeitbasierten Kunst, die den Designtrends oft vorausgehen. Während ich die aktuellen Designtrends über Feeds von verschiedenen Designstudios und Agenturen im Auge behalte, glaube ich daran, Trends selektiv zu adaptieren, da nicht jeder Trend für jede Branche oder jeden Kund:in geeignet ist. Auch Social-Media-Plattformen wie Instagram, Dribbble und Pinterest sind wertvolle Inspirationsquellen.

Wie wichtig ist Kritik?

Feedback zu erhalten und mit Kritik umzugehen, sind echte Wachstums-Booster. Ein offener Dialog mit Kund:innen und Mitarbeiter:innen auf Augenhöhe spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, das volle Potenzial aus Designs herauszuholen. Deshalb suche ich aktiv nach Rückmeldungen nicht nur von meinem Team, sondern auch von Kund:innen. So kann ich meine Arbeit kontinuierlich verbessern und Designs liefern, die die Erwartungen übertreffen.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Obwohl ich kein bestimmtes Projekt oder eine bestimmte Zusammenarbeit im Kopf habe, liebe ich es, an komplexen Projekten zu arbeiten, die meine Fähigkeiten und meine Kreativität herausfordern. Jedes Projekt bietet die Möglichkeit, etwas Einzigartiges und Wirkungsvolles zu schaffen, und ich freue mich darauf, die Grenzen des Grafikdesigns weiter zu erkunden.

Welchen Rat hast du für angehende Grafikdesigner:innen?

Sammle praktische Erfahrung, indem du an echten Projekten arbeitest. Baue ein aussagekräftiges Portfolio auf, das deine Fähigkeiten und deine Kreativität zeigt. Investiere Zeit in die Entwicklung deiner Fähigkeiten und bleibe auf dem Laufenden mit den neuesten Software-Tools. Es ist immer hilfreich, sich mit Fachleuten aus der Branche zu vernetzen, um deine Kontakte und Möglichkeiten zu erweitern. Und vor allem: Genieße den Designprozess und habe Spaß daran, deine Kreativität durch Design auszudrücken.

Welchen Einfluss hat KI auf Kreativität?

Wenn es um den Einfluss von KI auf den Grafikdesign-Beruf geht, bin ich tatsächlich ziemlich optimistisch. Während sich KI negativ auf die Aufträge von Designer:innen auswirken kann, die hauptsächlich mit Vorlagen arbeiten und „einfache“ Designs erstellen, glaube ich, dass komplexere Projekte in den Händen von menschlichen Designer:innen bleiben werden. KI kann Designer:innen unterstützen, indem sie Layoutvorschläge macht und bestimmte Aufgaben optimiert, aber die einzigartige kreative Intuition und künstlerische Note, die menschliche Designer:innen einbringen, sind das, was Designs außergewöhnlich machen.

Julians Karriere ist ein Beispiel für die Leidenschaft, die Hingabe und das ständige Lernen, die eine:n erfolgreiche:n Grafikdesigner:in ausmachen. Durch seinen künstlerischen Werdegang inspiriert er andere dazu, ihr kreatives Potenzial zu erforschen und sich von der Dynamik der Grafikdesignbranche mitreißen zu lassen.

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