5 Fehler am Black Friday, bei denen Profite flöten gehen

40 % der Kund:innen verlassen zum Beispiel einen Onlineshop, wenn die Seite länger als 3 Sekunden zum Laden benötigt.
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Stell dir vor, du hast für den Black Friday große Rabatte für deine Kund:innen vorbereitet, Werbung von Influencern machen lassen und deine Website aktualisiert. Doch am Tag X stellst du fest, dass die Leute nur sehr zögerlich kaufen: Sie lösen die Rabattcodes aus den E-Mails nicht ein, legen Produkte in den Warenkorb und brechen den Kauf dann wieder ab. Der Umsatz am Verkaufstag liegt weit unter deinen Erwartungen.

In 2022 gaben Verbraucher:innen insgesamt 281 Milliarden US-Dollar für Einkäufe am Black Friday und Cyber Monday (BFCM) aus. Für Marken aus aller Welt ist das die perfekte Zeit, um neue Kund:innen zu gewinnen und Rekordumsätze zu erzielen. Lass uns zusammen herausfinden, welche Fehler am Black Friday 2023 zu vermeiden sind, um Käufer:innen das beste Einkaufserlebnis zu bieten.

Fehler Nr. 1: Der Verkauf wird zu spät angekündigt

Google Trends zeigt, dass die Zahl der Suchanfragen zum Black Friday bereits im September zu steigen beginnt. Wenn du Rabatte erst in der letzten Woche im November ankündigst, riskierst du, Kund:innen zu verlieren. Wahrscheinlich haben sie bis dahin bereits mehrere günstige Angebote vorgemerkt, und dein Unternehmen wird im Nachteil sein.

Außerdem ist der späte Start einer Werbekampagne schlecht für die Suchmaschinenoptimierung. Suchmaschinen haben möglicherweise keine Zeit mehr, Seiten mit Sonderangeboten vor Beginn des Black Friday in den Index aufzunehmen, wodurch Besucher:innenzahlen in deinem Shop geringer ausfallen werden als die auf Seiten, die früher online waren.

Wie ist das zu verhindern?

Informiere deine Kund:innen am besten einen Monat vor Beginn des Angebots, welche Produkte sie zu reduzierten Preisen kaufen können. E-Mail-Kampagnen, Social-Media-Werbung und Influencer-Marketing helfen dabei, die Zielgruppe zu begeistern. Humor und Kreativität helfen dir, dich von der Masse abzuheben, und Countdown-Timer erzeugen das Gefühl von Dringlichkeit und Spannung. Um die größtmögliche Wirkung zu erzielen, solltest du eine Werbestrategie entwickeln, die alle Online-Kanäle abdeckt.

So verschickt beispielsweise Apple vor dem Black Friday nicht nur eine, sondern eine ganze Reihe von E-Mails an seine Kund:innen. Die erste ist ein Teaser, dass der Tag der großen Rabatte näher rückt. Diese E-Mail wird Anfang November verschickt. Die zweite E-Mail informiert über die Produkte, für die es Rabatte gibt. Die dritte E-Mail kann zusätzliche Gutscheincodes, Geschenkkarten, Cashback und einen Countdown-Timer enthalten. Apple verfolgt diese Strategie Jahr für Jahr.

Einige Marken starten ihren Ausverkauf bereits im Vorfeld und nicht erst am eigentlichen Black Friday. Auf diese Weise können die Verkäufe schrittweise gesteigert und am Black Friday dann Spitzenumsätze verzeichnet werden.

Einige Wochen vor dem Verkaufsstart erhielten die Kund:innen von Brooklinen (Haushaltswaren, USA) eine scheinbar zufällige E-Mail von einem Marketing-Praktikanten mit dem Betreff [NEEDS APPROVAL] Early Access. Sie wurden gebeten, dem Link zu folgen und zu prüfen, ob auf der Website alles funktioniert. Wenn sie auf den Link klickten, erhielten sie frühzeitigen Zugang zum Black Friday-Angebot ein Geschenk - eine Kerze im Wert von 35 US-Dollar. Die Marke bestätigte später, dass die E-Mail absichtlich verschickt wurde. Man wollte die Kund:innen überraschen und die Black Friday-Aktion ein wenig verlängern.

Fehler Nr. 2. Sich nur auf Rabatte verlassen

In der Regel bieten Marken verrückte Rabatte an, um Kund:innen zum Kauf zu bewegen. Die Leute kommen in den Onlineshop, sehen die Angebote, kaufen jedoch nichts. Die durchschnittliche Abbruchrate am Black Friday lag in 2022 bei 76,15 Prozent!

Wie ist das zu verhindern?

Erweitere deine Angebote und lass die Kund:innen wissen, dass sie nicht nur günstige Preise, sondern auch andere Vorteile gefunden haben:

  • Hilf dabei, das Geschenk zu verpacken

Biete eine Geschenkverpackung, eine Grußkarte und die Möglichkeit, ein Lieferdatum zu wählen. Damit wird dein Produkt vor allem für Kund:innen die am Black Friday zum Beispiel schon für Weihnachten oder Hanukkah einkaufen beliebter.

  • Biete kostenlosen Versand an

62 % der Kund:innen erwarten, dass ihre Bestellungen in weniger als drei Tagen kostenfrei geliefert werden. Selbst ein kleiner Versandbetrag kann Kund:innen am Kauf zweifeln lassen.

  • Biete ein Geschenk (einen Gratisartikel oder einen Rabatt) an, wenn der:die Kund:in einen bestimmten Betrag ausgibt.

Für deine Firma ist das eine gute Möglichkeit, den durchschnittlichen Einkaufsbetrag zu erhöhen und Lagerbestände von ungeliebten Artikeln aufzulösen.

  • Verwende einen Omnichannel-Ansatz

54 % der Verbraucher:innen in den USA gaben an, dass sie an Black Friday wahrscheinlich bei den Geschäften einkaufen werden, die sowohl Lieferung als auch Selbstabholung anbieten.

  • Biete Ratenzahlung an

Die Menschen schätzen das Angebot „Kaufe jetzt, zahle später“ (Buy now, pay later, BNPL). RBC Capital Markets hat festgestellt, dass BNPL den Umsatz um 20-30 Prozent steigern kann.

  • Versende Push-Benachrichtigungen

Mit Erinnerungen an verlassene Warenkörbe und Rabattangebote, kann man einige Kund:innen zur Rückkehr zu bewegen.

Fehler Nr. 3: Ungenügende Websiteleistung

Es wäre sehr ärgerlich, wenn Kund:innen am Black Friday deine Website besuchen, einen Rabattcode eingeben und dieser nicht funktioniert. Oder die Bestellungsseite beginnt, unbekannte Fehler anzuzeigen, oder Produktbilder nicht vollständig geladen werden. Solche Pannen können sehr teuer werden. Die Statistik zeigt, dass:

  • 40 % der Benutzer:innen die Website verlassen, wenn sie länger als 3 Sekunden zum Laden braucht
  • 1 Sekunde Verzögerung beim Seitenaufruf die Konversionsrate um 7 % verringert
  • 79 % der Kund:innen, die mit der Website unzufrieden sind, mit geringerer Wahrscheinlichkeit noch einmal dort kaufen

Während der Winterfeiertage ist der tägliche Traffic um das 1,5-fache höher als im September oder Oktober. Viele E-Commerce-Marken sind so sehr mit Werbeaktionen beschäftigt, dass sie vergessen, ihre Shops einem Stresstest zu unterziehen und dadurch riskieren, Kund:innen zu verlieren.

Wie ist das zu verhindern?

  • Führe einen Stresstest für deinen Server durch

Java Apache JMeter und LoadRunner von HP sind Softwarelösungen, die dir dabei helfen können. Diese Dienste können tausende virtuelle Benutzer:innen modellieren, um die Leistung und die Funktionalität deiner Website zu analysieren.

  • Überprüfe die Ladegeschwindigkeit deiner Webseite

Hierfür kannst du Google PageSpeed Insights oder GTmetrix verwenden. Um die Ladezeit zu verbessern, versuche die Anzahl oder Dateigröße von Grafiken zu reduzieren, aktiviere Daten-Caching und minimiere CSS- und JavaScript-Code.

  • Überprüfe die Funktion auf mobilen Geräten

Dienste wie Google Mobile Friendly, Mattkersley und Screenfly können Prüfberichte und Empfehlungen zur Fehlerbehebung liefern.

  • Führe ein UX-Audit durch

Dies hilft, Probleme, auf die Website-Besucher:innen stoßen könnten, im Voraus zu beheben.

Fehler Nr. 4: Daten ignorieren

Black Friday ist der Tag, an dem Käufer:innen so aktiv sind wie nie zuvor. Dies ist eine unglaubliche Gelegenheit für Marken, Daten zu sammeln. So können sie nicht nur ihren Kund:innenstamm erweitern, sondern auch personalisierte Erlebnisse schaffen, die Kund:innenbindung erhöhen und Marketingkampagnen relevanter machen. Wer sich diese Chance entgehen lässt, lässt sich damit meist künftige Umsatzsteigerungen entgehen.

Wie ist das zu verhindern?

  • Nutze alle verfügbaren Datenquellen

Egal ob Test, Umfrage oder Quiz. Hauptsache, deine Abfrage ist maximal 3 bis 5 Fragen kurz. Zum Beispiel hilft eine einfache Frage wie „Wie haben Sie von uns erfahren?” bereits, effektive Werbekanäle zu bestimmen. Es ist eine gute Idee, eine Belohnung wie einen Rabattcode oder kostenlosen Versand anzubieten. Du kannst zum Beispiel so vorgehen:

1. Du erstellst und veröffentlichst ein Anmeldeformular, um herauszufinden, wer an deinen Produkten oder Dienstleistungen interessiert ist.

2. Die Hauptbedingung ist, dass der Preis nur durch das Ausfüllen des Formulars gewonnen werden kann.

3. Gib an, dass die Kampagne endet, sobald alle Gutscheine oder Rabattcodes vergeben sind (um ein Gefühl der Dringlichkeit zu erzeugen).

4. Die Teilnehmenden erhalten ein Sonderangebot und du erhältst neue Kund:innendaten.

Wenn du eine Modemarke bist, biete Kund:innen an, ihren idealen Stil zu bestimmen, indem du ein interaktives Quiz startest. Frage nach Farb- und Stilvorlieben, Reiseplänen, Lieblingssportarten und nutze die Daten für Kaufempfehlungen.

Wenn du das Quizformat kreativ einsetzt, kannst du aus zufälligen Besucher:innen engagierte Teilnehmende machen. Die Kund:innen fühlen sich gehört und verstanden, während deine Marke wertvolle Marketingdaten sammelt.

Fehler Nr. 5: Den Cyber Monday vergessen

Der Cyber Monday wurde für Büroangestellte erfunden, die traditionell am Montag von ihrem Arbeitsplatz aus Bestellungen aufgeben. Der Legende nach geht es am Black Friday eher um Offline-Verkäufe, während der Cyber Monday ausschließlich dem Online-Shopping gewidmet ist. Er findet zwei Tage nach dem Black Friday statt und dauert in der Regel nur 24 Stunden. Im Jahr 2022 erreichten die Online-Verkäufe am Cyber Monday weltweit 46,2 Milliarden US-Dollar. Wenn dein Geschäft die Aktion schon mit dem Black Friday beendet, werden Kund:innen enttäuscht sein und zur Konkurrenz abwandern.

Wie ist das zu verhindern?

Da heutzutage die Grenze zwischen Black Friday und Cyber Monday fast verschwommen ist, ist es eine gute Idee, den Angebotszeitraum über das Wochenende und den Montag zu verlängern.

Der Fokus auf den Cyber Monday kann durch eine spezielle Landing Page verstärkt werden. Dies wird für die Kund:innen bequem sein, da sie nicht die gesamte Website durchsuchen müssen, um die Sonderangebote zu finden. Darüber hinaus kann eine spezielle URL-Adresse erhebliche Vorteile für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) haben.

Vergiss nicht zu betonen, dass der Cyber Monday der letzte Tag mit großen Rabatten ist. Die Leute werden schneller kaufen, wenn sie wissen, dass sie diese Gelegenheit so schnell nicht wiederkommt.