Black Friday umkrempeln und Extra-Euros sammeln: Funktioniert das wirklich?

Die 10 originellsten Ideen, die Marken für den Black Friday entwickelt haben.
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Bei einigen Marken gibt es am Black Friday 45 % Rabatt, bei anderen sind es 55 % oder sogar 75 %. Geschäfte versprechen kostenlose Lieferungen, Geschenkgutscheine für die Bestellung und vieles mehr. Die Werbung lockt die Kund:innen schon lange zuvor und erinnert sie daran, dass der Tag des großen Ausverkaufs sehr immer näher rückt.

Was kannst du tun, um aufzufallen? Senke zum Spaß nicht die Preise, sondern erhöhe sie, streiche den Black Friday grün an, verschiebe ihn in den Juli oder lasse ihn ganz ausfallen! Oder mach es wie IKEA und tausche für ein paar Tage die Rollen: Werde zum:r Käufer:in und mach deine Kund:innen zu Verkäufer:innen.

Lass uns über die inspirierendsten Werbekampagnen sprechen und Best Practices für Black Friday-Angebote identifizieren.

1. Slowvember bei DECIEM

99 % der Marken senken die Preise nur am Black Friday und verlängern die Rabatte manchmal bis zum Cyber Monday. Die Firma DECIEM (Kanada), die Kosmetikartikel verkauft, hat sich für einen entspannteren Ansatz entschieden. Die Slowvember-Kampagne, die das Unternehmen Jahr für Jahr durchführt, erstreckt sich über den ganzen November. So haben Kund:innen einen ganzen Monat lang Zeit, Produkte zu reduzierten Preisen zu kaufen.

Der Slowvember regt zum langsamen und überlegten Einkaufen an und motiviert gleichzeitig, die Rabatte zu nutzen. Das hilft auch, den Abfall zu minimieren. Denn in Eile gekaufte Kosmetika können sich als unnötig entpuppen und im Müll landen. 

An Black Friday selbst sind die Online- und Offline-Shops von DECIEM übrigens geschlossen!

2. #BuybackFriday bei IKEA

Moderne Verbraucher:innen wissen, was nachhaltige Entwicklung bedeutet, und schätzen Marken, die diese Werte teilen.

Deshalb kombinierte IKEA die Markenwerte zu Black Friday in der Kampagne #BuybackFriday. Die Kette ermöglichte es Kund:innen, gebrauchte IKEA Möbel zurückzugeben und diese gegen einen Gutschein einzutauschen, den sie für zukünftige Einkäufe verwenden konnten. IKEA Family-Mitglieder erhielten die Hälfte des ehemaligen Kaufpreises oben drauf. Das heißt, wenn ein Regal einmal 100 Euro gekostet hat, konnten Kund:innen bis zu 150 Euro Gutscheinwert erhalten. Alte Möbel wurden zur Reparatur und zum Wiederverkauf an den IKEA Circular Hub geschickt. Stark abgenutzte Gegenstände wurden recycelt oder für wohltätige Zwecke gespendet.

IKEA startete den #BuybackFriday zum ersten Mal im Jahr 2020 in 27 Ländern. Seitdem findet die Kampagne jedes Jahr eine Woche vor dem Black Friday statt.

3. Black Friday-Streiche bei Cards Against Humanity

Die Marke Cards Against Humanity (CAH), die Spiele für Erwachsene anbietet, verwendet bereits seit zehn Jahren unkonventionelle Ansätze für den Black Friday. Jedes Jahr warten die Kund:innen gespannt auf den Tag, um herauszufinden, was sich Cards Against Humanity diesmal ausgedacht hat.

Beispielsweise beschloss die Marke im Jahr 2013, die Preise nicht zu senken, sondern zu erhöhen, um sich über die Black Friday-Kultur lustig zu machen. An diesem Black Friday stiegen die Preise für ihre Spiele um 5 US-Dollar. Das war die Idee von Max Temkin, dem Gründer der Marke. Später erklärte er, dass er wollte, dass die Spiele am Black Friday auffallen, aber er hatte nicht vor, die Spiele für weniger als 25 US-Dollar zu verkaufen.

Darüber hinaus blieb die Kauflust der Kund:innen auch am „Samstag des Bedauerns“ hoch. Entgegen der üblichen Marketinglogik kauften die Menschen fleißig Spiele.

Noch lustiger wurde es 2015, als Cards Against Humanity ihren humorvollen Ansatz fortsetzte und die Menschen aufforderte, einfach so 5 US-Dollar zu zahlen, angeblich als Black Friday Special.

Und 11.248 Menschen taten es. Die treuesten Fans füllten das Formular mehrmals aus, um der Marke mehr als 5 US-Dollar zu spenden. Ein Kunde zahlte sogar 20 Mal und spendete insgesamt 100 US-Dollar an CAH. Mit dieser originellen Idee allein wurden schon 71.145 Dollar eingenommen.

4. Green Friday bei Passenger Clothing

Seit sechs Jahren ersetzt die britische Marke Passenger Clothing den Black Friday durch den Green Friday. Für jede Bestellung, die in dieser Woche aufgegeben wird, spendet das Geschäft einen Teil des Betrags für das Pflanzen von Bäumen. Ziel der Aktion ist der Schutz der Regenwälder und die Wiederherstellung der Natur. Eine Person, die am „Green Friday“ einkauft, kann bis zu 5 Bäume pflanzen.

Seit 2016 konnte Passenger Clothing durch den Green Friday mehr als 385.193 Bäume pflanzen und so rund 900 Hektar Regenwald schützen.

5. Don’t Buy This Jacket bei Patagonia

Patagonia, ein US-amerikanischer Hersteller von Outdoor-Bekleidung und -Ausrüstung, startete 2011 seine erste alternative Kampagne zum Black Friday mit dem Titel „Don't Buy This Jacket“ („Kaufen Sie diese Jacke nicht“). Ziel war es, Spontankäufe zu reduzieren und auf die Problematik des Überkonsums aufmerksam zu machen. Patagonia forderte die Menschen auf, zu reduzieren, wiederzuverwenden, zu recyceln und zu reparieren, anstatt neue Dinge zu kaufen. Die Anzeige erschien in der New York Times.

Don't Buy This Jacket war die erste, aber nicht die einzige kultige Werbung der Marke zum Black Friday. Im Jahr 2020 wurde Patagonia erneut kreativ und veröffentlichte ein umgekehrtes Gedicht. Liest man es von oben nach unten, klingt es wie eine düstere Beschreibung des Zustand unseres Planeten. Liest man es aber von unten nach oben, erkennt man den euphorischen Aufruf zur Rettung!

We’re all screwed

So don’t tell us that

We can imagine a healthy future

Because the reality is

It’s too late to fix the climate crisis

And we don’t trust anyone who says

We need to demand a livable planet

Because we don’t have a choice

(Lies es jetzt von unten nach oben)

6. #BNSignedEditions bei Barnes & Noble

Geht es am Black Friday nur um Verkäufe und große Rabatte? Wenn niedrige Preise nicht zu deinem Geschäftsmodell oder deinen Werten passen, kannst du einen anderen Weg einschlagen. Genau das hat die Buchhandlung Barnes & Noble in den USA getan. Um am Black Friday Käufer:innen anzuziehen, haben sie im Jahr 2016 über eine halbe Million Bücher mit den Unterschriften bekannter Autor:innen veröffentlicht.

Seitdem ist #BNSignedEditions zu einer Tradition geworden, die das Geschäft jedes Jahr durchführt. Und das funktioniert, weil die Marke ihr Zielpublikum sehr gut versteht und weiß, was ihm wichtig ist. Sie bieten Bücher an, die:

  • für eine begrenzte Zeit erhältlich sind
  • in begrenzter Stückzahl verfügbar sind
  • ausschließlich im Offline-Buchhandel zu kaufen sind.

Dringlichkeit und Knappheit sind hervorragende Mittel, Menschen dazu zu bewegen, bei einer Marketingaktion zuzuschlagen.

7. Fehlerhafter Tweet von McDonald’s

McDonald's wollte auf seinem Twitter-Account Sonderangebote für den Black Friday ankündigen... Aber offenbar hat das Social Media-Team vergessen, die Sonderangebote in den Tweet aufzunehmen. Dies geschah am 24. November 2017 - genau am Black Friday.

Innerhalb von drei Stunden erhielt der Beitrag 9.000 Likes und mehr als 5.000 Retweets. Kurz darauf rechtfertigte sich McDonald's mit den Worten: „Das passiert, wenn man vor der Arbeit keinen Kaffee getrunken hat“.

Twitter hat das offensichtlich gefallen. Die Nutzer:innen reagierten mit Witzen, Memes und diskutierten darüber, ob es ein Fehler oder Teil der Marketingstrategie war. Kurzum, es war ein großartiger Werbegag.

8. Rückwärtsauktion von Samsung

Im Jahr 2022 führte Samsung in Australien am Black Friday eine „Rückwärtsauktion“ durch. In diesem Fall war der Startpreis des Loses nicht der Mindestpreis, sondern der volle Einzelhandelspreis. Die Kund:innen konnten selbst entscheiden, wie viel sie bezahlen wollten. Der Preis sank, bis alle Artikel der Auktion verkauft waren oder der Preis 1 US-Dollar erreichte - je nachdem, was zuerst eintrat.

Ein Teil der zu versteigernden Artikel wurde von der Marke im Voraus angekündigt, während der andere Teil erst am Tag der Auktion enthüllt wurde, um die Spannung aufrechtzuerhalten.

 

Mehr als 50.000 Personen nahmen an der Rückwärtsauktion teil. Die Auktion fand vom 18. bis 28. November statt. Der Smart Monitor M8 UHD wurde mit einem Rabatt von 49,7 % auf die unverbindliche Preisempfehlung verkauft, der tragbare Projektor Freestyle mit einem Rabatt von 46,5 %.

9. Walmarts TikTok-Kampagne #Unwrapthedeals

Alle Vermarkter:innen wissen, dass interaktive Inhalte gut ankommen, aber sie zu erstellen ist keine einfache Aufgabe. Deshalb hat uns Walmarts #Unwrapthedeals-Kampagne auf TikTok gefallen, die den Black Friday-Verkauf in ein fesselndes Spielerlebnis verwandelte.

Die Marke verwendete den TikTok-Shopfilter, der es Nutzer:innen ermöglicht, virtuelle Angebote „auszupacken“ und Black Friday-Überraschungen zu entdecken. Unter Verwendung des Hashtags #Unwrapthedeals zeigten TikToker:innen öffentlich ihre Geschenke und ihre Reaktionen darauf.

@zahra use this filter & tag @walmart for a chance to win the holiday gift u unwrap! Black Friday deals starting 11/4 at 7pm ET. #ad #contest #unwrapthedeals ♬ Christmas Bells - StudioKolomna

Nach dem Auspacken konnten die Menschen direkt auf die Website von Walmart gehen und einkaufen. Das Ergebnis: mehr als 5,5 Milliarden Hashtag-Aufrufe.

10. Black Friday im Juli bei Best Buy

Jede Marke möchte der Konkurrenz einen Schritt voraus sein. Der US-amerikanische Elektronik- und Haushaltswarenhändler Best Buy entschloss sich zu einem drastischen Schritt und veranstaltete den Black Friday 2023 vor allen anderen. Der Ausverkauf fand vom 10. bis 12. Juli 2023 statt, mit Rabatten von bis zu 50 %.

Best Buy nutzte den Hype um den Black Friday bereits Monate im Voraus. Das war ein kluger Weg, die Aufmerksamkeit der Kund:innen zu einem Zeitpunkt auf sich zu ziehen, als noch niemand über den Black Friday sprach. Warum sollte man bis November warten, wenn die Kund:innen von allen Seiten mit Angeboten buchstäblich überflutet werden? Wie heißt es so schön: „Der frühe Vogel fängt den Wurm!“.

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