7 Tipps für eine ansprechende Datenvisualisierung

Wie aus Rohdaten aufschlussreiche Bilder werden.
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Durch die Visualisierung von Daten fällt es dem Gehirn leichter, Informationen zu verarbeiten und zu speichern. Der Mensch reagiert von Natur aus schneller auf Bilder als auf Text, denn Bilder werden 60.000 Mal schneller verarbeitet. Ein einziges, gut gestaltetes Bild kann sofort vermitteln, was Seiten voller Text nicht hinbekommen. Aus diesem Grund ist effektive Datenvisualisierung der Schlüssel, um dein Publikum zu fesseln.

Wenn du dich fragst, wie du deine Datenvisualisierung deutlich gestalten kannst, sind diese bewährten Methoden und einige herausragende Beispiele für Datenvisualisierung genau das Richtige für dich.

Bestimme den Zweck und das Zielpublikum

Das Hauptziel der Datenvisualisierung besteht darin, Insights zu vermitteln und Trends auf eine Weise darzustellen, die für dein Publikum leicht verständlich ist. Überlege zunächst, wer dein Publikum ist und was du mit deiner Visualisierung erreichen möchtest. Diese Fragen zu beantworten wird dir helfen, die relevantesten Daten auszuwählen:

  • Wer ist meine Zielgruppe?
  • Was sind ihre wichtigsten Fragen?
  • Welche Antworten gebe ich?
  • Was ist meine Kernbotschaft?

Vermeide zielloses Herumstöbern und konzentriere dich auf die Daten, die Schlüsselelemente für eine effektive Visualisierung sein können.

Wähle die richtige Art der Visualisierung

Die Auswahl eines geeigneten Diagramm- oder Grafiktyps ist entscheidend für eine effektive Datenvisualisierung. Hier sind einige beliebte Optionen:

Liniendiagramm: Hervorragend geeignet, um Trends und Veränderungen im Laufe der Zeit darzustellen, insbesondere bei mehreren Datengruppen.

Beispiel für ein Liniendiagramm | Copernicus

Balkendiagramm: Ideal, um Mengen in verschiedenen Kategorien zu vergleichen und signifikante Veränderungen im Laufe der Zeit zu erkennen.

Beispiel für ein Balkendiagramm | Wikimedia Commons

Kreisdiagramm: Gut geeignet, um prozentuale Anteile eines Ganzen darzustellen, aber weniger geeignet, um zeitliche Trends aufzuzeigen.

Beispiel für ein Kreisdiagramm / FAZ

Aufzählungsdiagramm: Nützlich, um den Fortschritt in Richtung bestimmter Ziele darzustellen und einen schnellen Überblick über mehrere Datensätze in einem Dashboard-Layout zu bieten.

Beispiel für ein Aufzählungsdiagramm / ExtendOffice

Jeder Diagramm-Typ hat seine eigenen Stärken; die richtige Wahl hängt von deinen spezifischen Daten und Visualisierungszielen ab.

Setze farbliche Akzente

Farbe erregt Aufmerksamkeit, bestimmt die Stimmung und prägt die Wahrnehmung. Sie ist entscheidend, wenn es darum geht, Entscheidungen von Nutzenden zu beeinflussen. Durch den geschickten Einsatz von Farben kannst du deine Diagramme und Grafiken aufwerten und die Daten-
kommunikation effektiver gestalten.

Achte auf Barrierefreiheit. Diagramme mit geringem Farbkontrast oder sehr kleiner Schrift sind schwer zu lesen. Das gilt insbesondere für sehbehinderte Menschen - laut Weltgesundheitsorganisation etwa 253 Millionen. Zur Überprüfung der Farbenblindheit kannst du Photoshop und Illustrator verwenden.

Verwende auffällige Farbkontraste, um den Betrachter:innen bei der effizienten Interpretation deiner Visualisierungen zu helfen | Tableau

Hebe Schlüsselinformationen hervor. Unser Gehirn interpretiert Farbunterschiede als bedeutungsvoll, was die Lesezeit von Visualisierungen verkürzen kann.

Grenze Datensätze voneinander ab. Wenn du zum Beispiel Zahlen von 2019 und 2023 vergleichst, verwende für jedes Jahr eine andere Farbe.

Wähle intuitive Farben. Verwende zum Beispiel Schwarz für positive und Rot für negative Verkaufszahlen. Wenn keine spezifischen Farbtöne erforderlich sind, verwende die Farbpalette deiner Marke, um den Wiedererkennungswert zu erhöhen.

Beachte Farbpsychologie. Ob du es willst oder nicht - Farben rufen verschiedene Emotionen hervor. Rot kann den Appetit anregen, Blau kann beruhigend wirken, und Gelb kann Energie vermitteln. Mit Farbpsychologie kannst du 85 % der Kaufentscheidungen von Kund:innen beeinflussen.

Begrenze deine Farbpalette. Wähle mit Tools wie Coolors , Colormind oder Mycolor einen harmonischen Mix aus höchstens sechs Farben, um Betrachter:innen nicht zu überfordern.

Wähle die richtige Schriftart & Schriftgröße

Behalte eine einzige Schriftart in bis zu drei Größen bei.

Halte dich an eine klare Schriftenhierarchie mit größeren Überschriften und fettgedrucktem Text für Schlüsselbegriffe.

Passe die Hintergrundfarbe an, um die Lesbarkeit des Textes zu gewährleisten.

Vermeide übermäßig dekorative Schriftarten. Sie passen besser zu Marken wie Disney und weniger zu Datenvisualisierungen.

Fettgedruckte Schriften sollten sparsam verwendet werden, hauptsächlich für Überschriften oder Stichpunkte. Empfehlenswert für Fließtext sind neutrale Schriftarten wie Arial, Futura oder Open Sans, sowie serifenbetonte Varianten wie Times New Roman, Baltika oder Charter.

Die New York Times führte 2012 ein einzigartiges Experiment durch. Das Team verwendete ein Computerprogramm, um den Text von Büchern jedes Mal, wenn eine neue Person die Seite betrachtete, zwischen sechs verschiedenen Schriftarten (Comic Sans, Computer Modern, Georgia, Trebuchet, Baskerville und Helvetica) wechseln zu lassen.

Ziel war es, die Reaktionen auf verschiedene Schriftarten zu beobachten. Die rund 45.000 Personen Teilnehmenden gaben an, Comic Sans und Helvetica als weniger glaubwürdig zu empfinden, während Baskerville hohe Glaubwürdigkeitswerte erhielt. Psycholog:innen führen dies auf das formale Erscheinungsbild zurück.

Beispiele für psychologische Wirkung von Schriftarten / New York Times

Matche die Schriftgröße mit dem Medium. Das Smashing Magazine empfiehlt beispielsweise eine Mindestgröße von 16 Pixel für modernes Webdesign.

Überprüfe deine Schriftart mit Google Analytics . Das Tool zeigt dir, welche Schriften in den letzten 7, 30, 90 und 365 Tagen online am beliebtesten und am unbeliebtesten waren. Du kannst sogar sehen, wie dein Text in verschiedenen Schriftarten aussieht.

Vereinfache deine Visualisierungen

Ähnlich wie bei einer gut erzählten Geschichte sollten deine Visualisierungen prägnant und auf den Punkt gebracht sein. Hier sind einige Tipps, um Verwirrung bei deinem Publikum zu vermeiden:

Setze auf Einfachheit. Zu viele Daten auf einmal zu präsentieren, kann überfordern und in die Irre führen. Führe die Betrachter:innen zu klaren Schlussfolgerungen.

Gruppiere verwandte Elemente. Designprinzipien legen nahe, dass Dinge, die nahe beieinander liegen, als zusammengehörig wahrgenommen werden. Vermeide die Gruppierung nicht zusammenhängender Elemente.

Minimiere Ablenkungen. Streiche alle Informationen, die für dein Publikum nicht relevant sind.

Probleme unübersichtlicher Visualisierungen / The Conversation

Teste deine Visualisierung

Bevor du deine Visualisierung finalisierst, lohnt es sich, sie einer kleinen Gruppe zu präsentieren und Feedback einzuholen:

  • Ist der Zweck der Visualisierung deutlich?
  • Sind die Beschriftungen klar zuzuordnen?
  • Ist sie visuell ansprechend?

Bleib auf dem neuesten Stand

Datenvisualisierung ist keine Fähigkeit, die man einmal erlernt. Gerade im digitalen Zeitalter ist es auch eine Kunstform, die sich mit neuen Tools und Techniken ständig weiterentwickelt.

Für eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Thema haben wir einen Onlinekurs zur Datenvisualisierung entwickelt. Werde zum Picasso der Datenvisualisierung!

Du lernst, wie du mit Farben, Formen und dynamischen Elementen arbeitest, um dein Publikum zu fesseln. Selbst komplexe Daten kannst du am Kursende in intuitive, selbsterklärende Geschichten verwandeln. Unter der Anleitung eines erfahrenen Kursleiters von Microsoft nutzt du leistungsstarke Tools wie Python, Matplotlib, Plotly und Power BI. Der Kurs deckt vom Umgang mit verschiedensten Datenquellen bis hin zur Gestaltung interaktiver Dashboards alles ab.